Wer ist Josef Ackermann? Diese Frage führt zu einem der bekanntesten Schweizer Bankmanager seiner Generation. Josef Ackermann prägte über viele Jahre die internationale Finanzwelt und wurde vor allem durch seine Zeit an der Spitze der Deutschen Bank bekannt. Von 2002 bis 2012 stand er zunächst als Vorstandssprecher und später als Vorstandsvorsitzender an der Spitze des deutschen Geldhauses. Dabei wurde er sowohl für seine internationale Ausrichtung und seinen wirtschaftlichen Erfolg als auch für seine hohen Renditeziele und sein selbstbewusstes Auftreten kontrovers diskutiert.
Josef Meinrad Ackermann wurde am 7. Februar 1948 in Walenstadt im Schweizer Kanton St. Gallen geboren. Er wuchs im nahe gelegenen Mels als Sohn eines Landarztes auf. Nach seinem Studium der Wirtschafts- und Sozialwissenschaften an der Universität St. Gallen begann er eine bemerkenswerte Karriere, die ihn von der Schweizerischen Kreditanstalt über die Deutsche Bank bis zu internationalen Führungspositionen in der Versicherungs- und Bankenbranche führte.
Josef Ackermann – kurze Biografie
| Biografische Daten | Informationen |
|---|---|
| Name | Josef Meinrad Ackermann |
| Geboren | 7. Februar 1948 |
| Geburtsort | Walenstadt, Kanton St. Gallen, Schweiz |
| Nationalität | Schweizer |
| Ausbildung | Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Universität St. Gallen |
| Doktorgrad | Dr. oec. |
| Beruf | Bankmanager |
| Schweizerische Kreditanstalt | 1977–1996 |
| Deutsche Bank | 1996–2012 |
| Deutsche Bank-Chef | 2002–2012 |
| Zurich Insurance Group | Verwaltungsratspräsident 2012–2013 |
| Bank of Cyprus | Verwaltungsratspräsident 2014–2019 |
| Ehefrau | Pirkko Mölsä |
| Tochter | Catherine Ackermann |
| Autobiografie | „Mein Weg“ |
Die biografischen Eckdaten werden unter anderem durch die Deutsche Nationalbibliothek, Munzinger und die Deutsche Bank bestätigt.
Josef Ackermann jung: Herkunft und Ausbildung
Wenn nach „Josef Ackermann jung“ gesucht wird, fällt zunächst seine Herkunft aus einer eher bodenständigen Familie auf. Ackermann wurde als Sohn eines Landarztes geboren und wuchs mit zwei Brüdern in Mels im Sarganserland auf. Schon früh interessierte er sich für Sport und Musik. In seiner Jugend betrieb er Leichtathletik und entwickelte später eine große Leidenschaft für klassische Musik und Oper.
Nach seiner Schulzeit entschied sich Ackermann für ein Studium an der Universität St. Gallen. Von 1967 bis 1973 studierte er Wirtschafts- und Sozialwissenschaften mit Schwerpunkt Bankwirtschaft. Anschließend blieb er zunächst an der Hochschule und arbeitete als wissenschaftlicher Assistent. 1977 promovierte er zum Dr. oec.
Bemerkenswert ist, dass Ackermann sich bereits wissenschaftlich intensiv mit der Rolle von Geld und Banken in der Wirtschaft beschäftigte. Seine akademische Laufbahn bildete damit eine Grundlage für seine spätere Tätigkeit im internationalen Bankwesen.
Der Beginn der Karriere bei der Schweizerischen Kreditanstalt
1977 begann Josef Ackermann seine berufliche Laufbahn bei der Schweizerischen Kreditanstalt, der späteren Credit Suisse. Dort durchlief er verschiedene internationale und wichtige Führungspositionen.
Er arbeitete unter anderem in den Bereichen Corporate Banking, Devisenhandel, Treasury, Investmentbanking und internationale Dienstleistungen. Seine beruflichen Stationen führten ihn auch nach London und New York. 1990 wurde er Mitglied des Leitungsgremiums und 1993 Präsident der Generaldirektion.
Damit hatte Ackermann bereits vor seinem Wechsel nach Deutschland eine außergewöhnliche Karriere in der internationalen Finanzwelt aufgebaut.
Josef Ackermann und die Deutsche Bank
1996 wechselte Josef Ackermann zur Deutschen Bank. Zunächst wurde er Mitglied des Vorstands und war unter anderem für das Investmentbanking verantwortlich. Wenige Jahre später folgte der entscheidende Karriereschritt: Am 22. Mai 2002 wurde er Vorstandssprecher der Deutschen Bank.
Ackermann war damit der erste Ausländer an der Spitze des traditionsreichen deutschen Geldhauses. 2006 wurde er alleiniger Vorstandsvorsitzender. Insgesamt stand er von 2002 bis 2012 zehn Jahre lang an der Spitze der Deutschen Bank.
Unter seiner Führung wurde die Deutsche Bank stark international ausgerichtet. Das Investmentbanking gewann an Bedeutung und die Bank rückte stärker in den Kreis der weltweit führenden Investmentbanken auf. Yale beschreibt Ackermanns Zeit bei der Deutschen Bank als eine Phase, in der er das Institut in die Spitzengruppe der globalen Investmentbanken führte und zugleich die Finanz- und europäische Schuldenkrise miterlebte.
Josef Ackermann und das berühmte Victory-Zeichen
Ein besonders bekanntes Bild aus dem Leben von Josef Ackermann entstand während des Mannesmann-Prozesses. Ackermann war im Zusammenhang mit der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone angeklagt worden.
Im Gerichtssaal zeigte er das sogenannte Victory-Zeichen. Das Foto sorgte für enorme öffentliche Aufmerksamkeit und wurde zu einem Symbol für die kontroverse öffentliche Wahrnehmung des Managers. Kritiker interpretierten die Geste als Ausdruck von Überheblichkeit, während Ackermann selbst seine Haltung anders verstanden wissen wollte.
Das Verfahren beschäftigte die deutsche Öffentlichkeit über Jahre. Ackermann wurde zunächst freigesprochen; später wurde das Verfahren schließlich eingestellt. Munzinger führt ihn als Mitangeklagten im Mannesmann-Prozess von 2004 bis 2006 und nennt die Einstellung des Verfahrens.
Josef Ackermann und die „Peanuts“
Ein häufig gesuchter Begriff lautet „Josef Ackermann Peanuts“. Hier ist allerdings eine wichtige Unterscheidung notwendig.
Die berühmte „Peanuts“-Aussage stammt nicht von Josef Ackermann, sondern von seinem Vorgänger als Deutsche-Bank-Chef, Hilmar Kopper. Kopper hatte in den 1990er-Jahren Forderungen von Handwerkern in Höhe von rund 50 Millionen D-Mark im Zusammenhang mit der Schneider-Affäre als „Peanuts“ bezeichnet.
Josef Ackermann wurde später trotzdem mit dem Begriff in Verbindung gebracht. Ein WELT-Bericht aus dem Jahr 2003 schilderte beispielsweise, dass Ackermann bei einer Reise nach St. Gallen eine große Packung Erdnüsse bei sich hatte – eine offensichtliche Anspielung auf die berühmte Debatte.
Für einen Artikel über Josef Ackermann ist deshalb wichtig: Ackermann und die „Peanuts“ gehören zur gleichen Geschichte der Deutschen Bank, aber Ackermann war nicht der Urheber des berühmten „Peanuts“-Spruchs.
Das Thema Josef Ackermann und 250 Millionen
Auch der Suchbegriff „Josef Ackermann 250 Millionen Villa“ sorgt im Internet für Aufmerksamkeit. Hier sollte zwischen belegten Fakten und Internetbehauptungen unterschieden werden.
Seriöse biografische Quellen liefern keinen belastbaren Nachweis dafür, dass Josef Ackermann eine private Villa im Wert von 250 Millionen Euro besessen habe. Die Zahl von 250 Millionen taucht hingegen in verschiedenen Zusammenhängen rund um die Deutsche Bank und den Mannesmann-Komplex auf.
So berichtet eine Biografie über die Mannesmann-Affäre von mehr als 250 Millionen D-Mark an Abfindungen, die im Zusammenhang mit der Übernahme von Mannesmann durch Vodafone geflossen sein sollen. Ackermann war damals Mitglied des Mannesmann-Aufsichtsrats und wurde deshalb mitangeklagt.
Wer über Josef Ackermann Villa oder eine angebliche 250-Millionen-Villa schreibt, sollte deshalb keine unbestätigte Behauptung als Tatsache darstellen. Eine seriöse Biografie sollte klar zwischen belegten Vermögenswerten und Suchmaschinen-Gerüchten unterscheiden.
Josef Ackermann Ehefrau und Familie
Auch das Privatleben von Josef Ackermann weckt Interesse. Er ist seit 1977 mit der Finnin Pirkko Mölsä verheiratet, die ebenfalls an der Universität St. Gallen studierte. Das Paar hat eine Tochter, Catherine Ackermann. Sie ist als Produzentin und Schauspielerin tätig.
Ackermann selbst hielt sein Familienleben weitgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Bekannter sind dagegen seine persönlichen Interessen. Er gilt als Musikliebhaber, spielt Klavier und singt. Besonders eng verbunden ist er mit der Oper. Diese kulturelle Seite ergänzt das Bild des international tätigen Bankmanagers um eine deutlich persönlichere Facette.
Josef Ackermann Vermögen
Das Vermögen des ehemaligen Deutsche-Bank-Chefs wird in Medien und Vermögensrankings regelmäßig geschätzt. Solche Angaben sollten jedoch nicht mit einem offiziell bestätigten Privatvermögen verwechselt werden.
Die Schweizer BILANZ hat Ackermann in ihren Rankings zu den vermögendsten Schweizern geführt. Medienberichte nannten in den vergangenen Jahren Schätzungen im dreistelligen Millionenbereich in Schweizer Franken. Da solche Werte auf Schätzungen beruhen und sich Vermögenswerte verändern können, ist bei der Darstellung Vorsicht angebracht.
Interessanter als eine einzelne Vermögenszahl ist ohnehin Ackermanns langfristige Karriere: Er gehörte zu den bestbezahlten und einflussreichsten Bankmanagern Europas und bekleidete nach seiner Zeit bei der Deutschen Bank weitere hochrangige Positionen.
Josef Ackermann heute
Nach seinem Ausscheiden bei der Deutschen Bank blieb Ackermann der internationalen Finanzwelt verbunden. Von 2012 bis 2013 war er Verwaltungsratspräsident der Zurich Insurance Group. Anschließend übernahm er 2014 den Vorsitz des Verwaltungsrats der Bank of Cyprus, den er bis 2019 innehatte. Außerdem war er Vorsitzender des Institute of International Finance.
Damit endete seine Karriere nicht mit dem Abschied von der Deutschen Bank. Vielmehr wechselte er zunehmend in Funktionen als Verwaltungsrat, Berater, Investor und internationaler Gesprächspartner.
Auch seine akademische und intellektuelle Seite blieb erhalten. Die Deutsche Nationalbibliothek führt ihn unter anderem als Wirtschaftswissenschaftler und nennt seine Lehrtätigkeit an der Hochschule St. Gallen sowie seine Honorarprofessur an der Goethe-Universität Frankfurt.
Josef Ackermann Buch: „Mein Weg“
Ein wichtiger neuerer Bestandteil seiner Biografie ist das Buch „Mein Weg“. In seiner Autobiografie blickt Josef Ackermann auf seinen beruflichen Weg, seine Erfahrungen in der Bankenwelt und die entscheidenden Stationen seiner Karriere zurück.
Das Buch erschien beim Münchner Verlag Langen Müller und gehört zu den wichtigsten Quellen, wenn Leser mehr über Ackermanns eigene Sicht auf seine Karriere erfahren möchten. Die Deutsche Nationalbibliothek führt „Mein Weg“ in ihrer Bibliografie als Werk von Josef Ackermann.
Neben seiner Autobiografie gibt es zahlreiche weitere Bücher über Ackermann und die Deutsche Bank. Dazu zählen unter anderem Biografien und journalistische Untersuchungen, die sich mit seinem Aufstieg, seinem Führungsstil und den Kontroversen seiner Zeit beschäftigen.
Warum Josef Ackermann bis heute bekannt ist
Josef Ackermann gehört zu den Managern, die weit über ihre eigentliche Branche hinaus bekannt wurden. Seine Karriere verbindet Schweizer Banktradition, internationales Investmentbanking und die deutsche Finanzgeschichte der 2000er-Jahre.
Für die einen verkörperte er eine moderne, global ausgerichtete Bankführung. Für andere stand er für die zunehmende Orientierung der Finanzbranche an Renditezielen und Aktionärsinteressen. Sein 25-Prozent-Renditeziel, der Mannesmann-Prozess und das Victory-Zeichen trugen dazu bei, dass sein Name in Deutschland auch außerhalb der Finanzwelt bekannt wurde.
Wer also fragt „Wer ist Josef Ackermann?“, erhält keine einfache Antwort. Er war nicht nur der langjährige Chef der Deutschen Bank, sondern auch ein Schweizer Wirtschaftswissenschaftler, internationaler Bankmanager, Verwaltungsrat, Autor und eine der prägendsten Figuren der europäischen Finanzwelt seiner Generation.
Heute ist Josef Ackermann vor allem als ehemaliger Deutsche-Bank-Chef und als Persönlichkeit der internationalen Finanzwirtschaft bekannt. Seine Karriere, seine Familie, sein Buch „Mein Weg“ sowie die kontroversen Themen rund um Mannesmann, Renditeziele und die „Peanuts“-Debatte machen ihn weiterhin zu einer interessanten Persönlichkeit für Leser, die sich mit deutscher und internationaler Wirtschaftsgeschichte beschäftigen. Weitere informative Porträts und Hintergrundartikel zu bekannten Persönlichkeiten finden Leser auch auf Heute Zentrale.
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